Abi-Hoodies: Größen, Farben, Fristen
Wie viele Größen bietet man an, welche Farbe geht immer, und warum die Bestellfrist der wichtigste Teil ist. Der Ablauf von der Abstimmung bis zur Verteilung.
Abi-Hoodies sind das Projekt, das am schnellsten Freude macht und am zuverlässigsten in Chaos endet. Am Druck liegt das selten. Es liegt daran, dass eine ganze Stufe Größen angeben muss, und dass ein Teil davon falsch ist, zu spät kommt oder „egal, nimm was” lautet.
Der Ablauf, der das verhindert, ist kurz.
Zuerst: eine Entscheidung, nicht fünf
Klärt in dieser Reihenfolge, jeweils mit einer Abstimmung, nicht mit einer Diskussion:
- Kleidungsstück: Hoodie, Sweatshirt, T-Shirt oder Jacke. Eines.
- Farbe: eine, maximal zwei.
- Motiv: Abimotto vorn oder hinten, Namensliste ja/nein.
- Preis: was darf es kosten?
- Frist: bis wann muss bestellt sein?
Der häufigste Fehler ist, hier großzügig zu sein. „Ihr könnt zwischen Hoodie und T-Shirt in vier Farben wählen” klingt nett und bedeutet: acht Varianten, acht Mindestmengen, acht Sortierstapel bei der Verteilung, und ein deutlich höherer Stückpreis, weil sich die Auflage auf acht Positionen verteilt.
Ein Kleidungsstück, eine Farbe ist die Entscheidung, die alle glücklicher macht, als sie klingt.
Größen: mehr Auswahl, weniger Ärger
Bei Farben sparsam sein, bei Größen nicht. Größen kosten nichts extra und sind der Punkt, an dem Leute wirklich unglücklich werden.
- Bietet die ganze Spanne an, meist XS bis 3XL. Ein einziger fehlender Größenbereich schließt Leute sichtbar aus.
- Sagt, wie der Schnitt fällt. „Fällt klein aus, eine Nummer größer nehmen” spart euch zwanzig Rückfragen. Diese Info steht in der Produktbeschreibung des Herstellers, schreibt sie dazu.
- Unisex oder taillierter Schnitt ist keine Nebensache. Wenn ihr nur einen Schnitt anbietet, dann Unisex, der passt allen irgendwie, umgekehrt nicht.
- Ein Anprobier-Exemplar in M ist Gold wert. Eine Person bestellt eines vorab, bringt es zur Stufenversammlung mit, und die Hälfte der Rückfragen entfällt.
Wichtig: Verfügbarkeit ist eine Frage von Farbe und Größe. Bei den meisten Anbietern ist eine Farbe nicht in allen Größen lieferbar. Prüft das, bevor ihr die Auswahl bekanntgibt, nicht danach.
In AbiHive ist genau das eingebaut: die angebotenen Größen richten sich nach der gewählten Farbe, und eine Kombination, die niemand liefern kann, wird bei der Bestellung abgelehnt statt später zum Problem. Dazu stehen Produktfoto, Farbe und Preis direkt an der Auswahl, damit niemand nach dem Preis fragen muss.
Die Frist ist der ganze Trick
Textilien sind der einzige Teil einer Abizeitung, bei dem eine verpasste Frist nicht nur eine Lücke bedeutet, sondern eine zweite Bestellung, mit neuem Mindestbestellwert, neuem Versand und neuem Termin.
Deshalb:
- Eine Frist, deutlich vor dem Abiball. Rechnet Produktion und Versand zurück und legt noch zwei Wochen Puffer drauf. Bedruckte Textilien sind Sonderanfertigungen; Verzögerungen sind normal, nicht die Ausnahme.
- Nach der Frist ist zu. Wenn ihr einmal nachbestellt, wisst ihr für den Rest des Jahres, dass Fristen bei euch nicht gelten.
- Sagt die Konsequenz vorher. „Nach dem 12. gibt es keine Nachbestellung” wirkt. „Bitte bestellt bald” wirkt nicht.
- Bezahlt wird beim Bestellen, nicht bei der Verteilung. Eine unbezahlte Bestellung ist eine Absichtserklärung, und ihr legt sonst Geld aus.
Vor dem Bestellen prüfen
- Größenspanne komplett, Schnitt benannt
- Jede Farbe in allen angebotenen Größen wirklich lieferbar
- Motiv in Druckauflösung, nicht als Screenshot (siehe Druckdaten)
- Namen auf der Rückseite: Schreibweise gegen die offizielle Liste geprüft
- Preis deckt Produkt plus Versand, Versand vergisst man einmal, dann nie wieder
- Alle Bestellungen bezahlt
- Ein Freiexemplar mehr pro Größe eingeplant als bestellt wurde
Der letzte Punkt klingt nach Verschwendung und ist die günstigste Versicherung, die es gibt: es gibt immer einen Fehldruck und immer eine Person, die die falsche Größe angegeben hat.
Die Verteilung
Der Moment, den alle unterschätzen: 90 Teile, sortiert nach Größe, ausgegeben an 90 Leute, von denen 20 nicht da sind.
- Liste ausdrucken, nach Namen sortiert, mit Größe und Bezahlstatus.
- Abhaken lassen, während die Person davorsteht. Nicht später aus dem Gedächtnis.
- Nach Größe vorsortieren, nicht nach Name, das Suchen frisst die Zeit.
- Nicht abgeholte Teile an eine Person, die sie eine Woche mitbringt. Danach ins Sekretariat oder zu einer festen Anlaufstelle.
Für die Liste könnt ihr in AbiHive die Bestellungen als CSV exportieren, eine Zeile pro Person und Kleidungsstück, mit Größe und Farbe, also genau die Liste, die die Person mit dem Stapel braucht. Nicht die aggregierte Übersicht: bei der Ausgabe hilft nicht „34 × M”, sondern wer welches bekommt.
Zum Mitnehmen
- Ein Kleidungsstück, eine Farbe. Bei Größen dagegen die volle Spanne.
- Verfügbarkeit ist Farbe und Größe, vorher prüfen.
- Anprobier-Exemplar in M besorgen, spart die Hälfte der Fragen.
- Eine Frist, mit angekündigter Konsequenz, bezahlt beim Bestellen.
- Ein Freiexemplar pro Größe extra.
- Verteilen mit Namensliste, vorsortiert nach Größe.
Mehr: das Modul Textilien.
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