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Druckdaten richtig abgeben: Beschnitt, Auflösung, Farbraum

Die drei Begriffe, an denen jede Druckabgabe hängt, verständlich erklärt, mit den konkreten Zahlen, die eine Druckerei von euch hören will.

Team AbiHive · 17. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Gezeichnete Bildkarte für den Beitrag: Schnittmarken, ein Passkreuz und ein Farbbalken um eine Buchseite.

Die Druckabgabe ist der Moment, in dem eine Druckerei euch drei Fragen stellt, die vorher niemand gestellt hat: „Mit Beschnitt?”, „Welche Auflösung haben die Bilder?”, „In welchem Farbraum?” Wer da rät, bekommt entweder Rückfragen oder ein Buch mit weißen Rändern.

Hier sind die drei Antworten, und was sie bedeuten.

1. Beschnitt: warum die Seite größer ist als die Seite

Beim Drucken wird auf großen Bögen gedruckt und danach geschnitten. Der Schnitt ist nie exakt, ein halber Millimeter Abweichung ist normal. Läge eine Hintergrundfarbe exakt an der Kante, entstünde bei minimalem Versatz ein weißer Streifen.

Deshalb liefert man Beschnitt (auch: Bleed): die Seite wird 3 mm größer angelegt als das Endformat, und alles, was randlos wirken soll, läuft über die Endformatkante hinaus. Nach dem Schneiden ist das Übermaß weg, und es gibt keinen weißen Rand.

Für A5 heißt das:

AngabeMaße
Endformat (Trim)148 × 210 mm
Mit 3 mm Beschnitt154 × 216 mm
Sicherheitsabstand für Text~9 mm ab Endformatkante

Das PDF, das AbiHive exportiert, ist bereits 154 × 216 mm für A5 (bzw. 216 × 303 mm für A4), also Endformat plus 3 mm Beschnitt rundherum, wie es die meisten Druckereien wollen. Die Vorlagen halten Text zusätzlich vom Rand weg, so dass er auch bei schiefem Schnitt nicht angeschnitten wird.

Schnittmarken sind in dem PDF nicht enthalten. Das ist bei „Format mit Beschnitt” der Normalfall und für Digitaldruckereien richtig. Fragt trotzdem nach: manche Betriebe wollen Marken, und dann setzt sie die Druckerei aus euren Daten selbst.

2. Auflösung: 300 dpi, und was das für ein Handyfoto heißt

dpi ist keine Eigenschaft einer Datei, sondern das Verhältnis von Pixeln zur gedruckten Größe. Dasselbe Bild ist bei 5 cm Breite scharf und bei 20 cm unscharf.

Die Rechnung:

benötigte Pixel = Breite in cm ÷ 2,54 × 300

  Kleines Steckbrief-Bild,  4 cm breit  →   470 px
  Halbe Seite A5,          10 cm breit  →  1 180 px
  Ganzseitiges Foto A5,  15,4 cm breit  →  1 820 px
  Doppelseite A5,        30,8 cm breit  →  3 640 px

Ein aktuelles Handyfoto hat 3000 bis 4000 Pixel Breite, es reicht also selbst für eine Doppelseite. Was nicht reicht:

  • Bilder aus WhatsApp (auf ~1000 px komprimiert)
  • Screenshots von Instagram
  • Bilder aus einem Gruppenchat, die schon zweimal weitergeleitet wurden

Das ist der Grund, warum Fotos beim Sammeln als Datei hochgeladen werden sollten und nicht aus einem Chat gefischt werden. Mehr dazu in Gute Abifotos ohne Fotografen.

Wichtig für AbiHive: Bilder werden beim Hochladen auf 2400 Pixel an der langen Kante begrenzt. Gemessen an den Schärfegrenzen, die die Druck-Prüfung selbst anlegt (900 Pixel für ein Galeriebild, 1200 für eine volle Seite bei 150 dpi), ist das der doppelte Wert, reicht für den Druck also aus. Ein hochauflösender Scan bleibt aber nicht in Originalgröße liegen. Die Obergrenze pro Datei liegt bei 15 MB, was für ein Handyfoto reichlich ist.

3. Farbraum: RGB, CMYK, und warum ihr meistens nichts tun müsst

Ein Bildschirm mischt Licht (RGB), eine Druckmaschine mischt Farbe (CMYK). Irgendwo dazwischen muss umgerechnet werden, die Frage ist nur, wer das macht.

  • Digitaldruck (der Normalfall bei 100–200 Exemplaren): Die Druckerei rechnet gegen das Profil ihrer Maschine um. Das ist besser, als wenn ihr es blind tut, weil sie ihr Papier und ihre Maschine kennt und ihr nicht.
  • Offsetdruck oder ein fester Standard (z. B. FOGRA / PSO Coated): Manche Betriebe verlangen fertig getrenntes CMYK gegen ein bestimmtes Profil.

Das PDF aus AbiHive ist sRGB und trägt diesen Farbraum als Angabe im Dokument (einen sogenannten OutputIntent). Damit muss die Druckerei nicht raten, in welchem Farbraum die Daten liegen, der häufigste Grund für Farbabweichungen bei Schülerprojekten. Wenn eure Druckerei getrenntes CMYK gegen ein bestimmtes Profil verlangt, sagt es uns bzw. eurer Verwaltung: der Export kann das ausgeben, wenn das Profil hinterlegt ist.

Was ihr nicht tun solltet: Bilder vorher „auf CMYK stellen”. Zweimal umgerechnete Farben werden flau, und tiefes Schwarz im Text wird dabei gern zu einem aus vier Farben gemischten Schwarz, das sieht bei kleiner Schrift ausgefranst aus, sobald die Maschine einen Zehntelmillimeter versetzt druckt.

Die Fragen, die ihr der Druckerei stellen solltet

Bevor ihr abgibt, klärt fünf Punkte. Das dauert eine Mail und spart eine Woche:

  1. PDF mit 3 mm Beschnitt, passt das, oder wollt ihr Schnittmarken?
  2. Welchen Farbraum wollt ihr? (sRGB getaggt ist meist in Ordnung)
  3. Wie viele Werktage von Abgabe bis Lieferung?
  4. Seitenzahl-Schrittweite? Viele rechnen in Bögen à 4, 8 oder 16 Seiten.
  5. Braucht der Umschlag eine eigene Datei? Häufig ja, oft mit Rückenbreite, die von der Seitenzahl abhängt.

Punkt 5 ist der, der am häufigsten überrascht: die Rückenbreite kann man erst berechnen, wenn die Seitenzahl endgültig ist. Also Seitenzahl vor Umschlag festlegen, nicht umgekehrt.

Die Checkliste vor dem Absenden

  • Seitenzahl ist gerade, jedes Blatt hat zwei Seiten
  • Erste Seite ist die rechte Seite (Titel), nicht eine Doppelseite
  • Kein Text näher als ~9 mm an der Endformatkante
  • Alle Bilder groß genug für ihre Platzierung (siehe Rechnung oben)
  • Keine Platzhalter mehr im Buch („Lorem”, „TODO”, „Name?”)
  • Anzeigen der Sponsoren drin und in der richtigen Größe
  • Eine Person hat das komplette PDF einmal von vorn bis hinten angesehen
  • Impressum vorhanden

Der letzte Punkt der Liste vor dem Impressum wird am häufigsten übersprungen und fängt am meisten. Nicht überfliegen, jede Seite.

Zum Mitnehmen

  • 3 mm Beschnitt: A5 wird zu 154 × 216 mm. Das liefert der Export schon so.
  • 300 dpi heißt: Pixel ÷ (cm ÷ 2,54). Handyfotos reichen, Chat-Bilder nicht.
  • sRGB getaggt abgeben und die Druckerei umrechnen lassen, außer sie sagt etwas anderes.
  • Fünf Fragen an die Druckerei, bevor ihr abgibt.
  • Seitenzahl gerade, Seitenzahl vor Umschlag.

Was in den zwei Wochen davor passiert: Die letzten zwei Wochen vor Abgabe.

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