Die letzten zwei Wochen vor Abgabe
Tag für Tag: was in den vierzehn Tagen vor der Druckabgabe passieren muss, was nicht mehr passieren darf, und die drei Dinge, die immer noch auftauchen.
Die letzten zwei Wochen sind die einzige Phase des Projekts mit echtem Zeitdruck von außen. Vorher konnte alles eine Woche rutschen. Jetzt nicht mehr: der Liefertermin der Druckerei steht, und dahinter steht der Abiball.
Das Gute: Zwei Wochen sind reichlich, wenn in diesen zwei Wochen nichts Neues mehr gesammelt wird.
Die eine Regel
Ab Tag 1 wird nichts mehr aufgenommen. Kein Steckbrief, kein Foto, kein Zitat, keine freie Seite, keine Anzeige. Was jetzt nicht da ist, ist nicht im Buch.
Das klingt hart und ist der einzige Grund, warum die zwei Wochen reichen. Jede Ausnahme kostet zwei Dinge: die Arbeit selbst und den Umbruch aller folgenden Seiten. Eine nachgereichte Seite ist nie nur eine Seite.
Kommuniziert das eine Woche vorher an die Stufe, deutlich und mit Datum. Und dann haltet es. Genau hier entscheidet sich, ob ihr pünktlich abgibt.
Tag für Tag
Tag 1–2, Bestand aufnehmen
- Vollständiges PDF exportieren. Das ist ab jetzt die Arbeitsversion.
- Gegen die Namensliste zählen: Wer hat keinen Steckbrief? Wer fehlt auf den Fotoseiten? Wer hat keine freie Seite?
- Entscheiden, was mit den Lücken passiert. Zwei legitime Wege: Platz anders füllen, oder eine Sammelseite „ohne Steckbrief”, aber entscheiden, nicht offenlassen.
- Sponsoren durchgehen: alle Anzeigen da, in der zugesagten Größe?
- Seitenzahl prüfen: gerade Zahl, und passt sie zur Schrittweite der Druckerei?
Tag 3–5, Korrektur Runde 1 (Inhalt)
Namen, Zuordnungen, Zahlen. Zwei Personen, eine Liste, wie in Korrekturlesen beschrieben.
Parallel: Umschlag fertigstellen. Die Rückenbreite hängt an der endgültigen Seitenzahl, deshalb erst jetzt.
Tag 6, Einbauen und neu exportieren
Alle Korrekturen aus Runde 1 umsetzen, neu exportieren, alte Version für ungültig erklären. Der häufigste Fehler dieser Phase ist, dass jemand noch im alten PDF korrigiert.
Tag 7–8, Korrektur Runde 2 (Form)
Rechtschreibung, Trennungen, Umbrüche, Seitenzahlen. Andere Person als Runde 1.
Tag 9: Einbauen, dann durchblättern
Korrekturen umsetzen, neu exportieren. Danach: eine Person sieht das komplette PDF von vorn bis hinten an, ohne zu lesen. Nur Seiten anschauen. Das findet leere Seiten, doppelte Bilder, ein Foto in falscher Größe.
Tag 10, Freigabe
Eine Person sagt „geht raus”. Namentlich, mit Datum. Ohne diesen Moment gibt es später niemanden, der die Version verantwortet, und drei Leute, die glauben, es sei noch nicht fertig.
Tag 11, Abgabe
Hochladen, Bestätigung der Druckerei abwarten, auf Rückfragen reagieren. Rechnet damit: die häufigsten sind Beschnitt, Rückenbreite und ein Bild mit zu niedriger Auflösung.
Tag 12–14, Puffer
Die drei Tage, die den Unterschied machen. Wenn nichts kommt: geschenkt. Wenn die Druckerei etwas moniert, habt ihr Zeit, es zu beheben, statt zu betteln.
Die drei Dinge, die immer noch auftauchen
Erfahrungswerte. Plant sie ein, dann sind sie keine Krise:
1. Eine Person hat keinen Steckbrief und merkt es jetzt. Legt vorher fest, wie ihr damit umgeht, Nachfrist von 24 Stunden oder Sammelseite. Was ihr nicht tun solltet: für die Person ausfüllen. Ein Steckbrief mit erfundenen Antworten ist schlimmer als keiner.
2. Ein Foto ist zu klein. Meist eines aus einem Chat. Zwei Optionen: kleiner platzieren oder ersetzen. Nicht hochskalieren, das sieht im Druck matschig aus.
3. Ein Zitat wird zum Problem. Jemand liest das PDF, erkennt sich und ist nicht einverstanden. Nehmt es raus. Diskutiert nicht. Ein Zitat ist nie das Risiko wert, und in AbiHive kann die genannte Person es selbst von der Wand nehmen, dann fällt es auch aus dem Buch.
Was in diesen zwei Wochen nicht passieren darf
- Layout-Grundsatzdiskussionen. Die Schrift wird jetzt nicht mehr gewechselt.
- Neue Kapitel. Auch nicht kleine.
- Nachträgliche Sponsorenzusagen aufnehmen, wenn dafür Seiten umgebaut werden müssen. Nehmt die Zusage fürs nächste Jahr entgegen.
- Paralleles Arbeiten am Layout während der Korrektur. Eine Version zur Zeit.
- Auflage ändern, ohne die bezahlten Vorbestellungen gezählt zu haben.
Was gleichzeitig laufen kann
Nicht alles muss warten. Diese Dinge kosten keine Layout-Zeit und sind später knapp:
- Vorbestellungen einsammeln und abrechnen, die Auflage muss vor der Abgabe stehen.
- Verteilung planen: wann, wo, wer gibt aus. Siehe Verteilen, verkaufen, Restexemplare.
- Freiexemplare festlegen: Lehrkräfte, Sekretariat, Schulleitung, Sponsoren, Archiv.
- Übergabe an den nächsten Jahrgang vorbereiten, jetzt ist alles noch frisch, siehe Übergabe.
Zum Mitnehmen
- Ab Tag 1 wird nichts mehr aufgenommen. Eine Woche vorher ansagen.
- Zwei Korrekturrunden, dazwischen neu exportieren, alte Version für ungültig erklären.
- Einmal komplett durchblättern, ohne zu lesen.
- Eine namentliche Freigabe, dann Abgabe.
- Drei Tage Puffer für die Rückfragen der Druckerei.
- Vorbestellungen, Freiexemplare und Verteilung laufen parallel.
Weiter: Druckdaten richtig abgeben.
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